25.03.2020

„Eine runde Sache“ – 20 Jahre Galerie unARTig


„Eine runde Sache“ sollte die Abschlussausstellung der Schüler des Grundkurses Kunst 12 in diesem Jahr heißen. Aber in diesem Jahr gibt es keine Ausstellungsmöglichkeit in und um Seelow! So schließt sich der Kreis nach zwanzig Jahren.

Auch damals waren keine geeigneten Räumlichkeiten für die Kunstwerke des damaligen Abiturkurses zu finden. Heute verbietet das Corona-Virus Ausstellungen im öffentlichen Raum.

Damals – vor zwanzig Jahren - kamen Schüler des Abiturjahrganges auf die Idee, das Internet zu nutzen, um Arbeiten aus dem Kunstunterricht der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es entstand die erste digitale Schulgalerie Brandenburgs. Heute sind wir wohl die älteste Schulgalerie Deutschlands.

Mittlerweile ist im Brandenburger Rahmenlehrplan der gymnasialen Oberstufe im Fach Kunst die „Gestaltung und das Präsentieren einer Ausstellung im öffentlichen Kontext“ im vierten Halbjahr fest verankert. Obwohl unser Internetprovider seit Weihnachten etwa zwei Monate offline und wir nicht erreichbar waren, können die Schüler der 12. Klasse nun doch pünktlich zum 20jährigen Jubiläum der Galerie unARTig ihre Abschlussarbeiten im Netz präsentieren. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als wir traditionell eine Rückschau auf die künstlerische Vielfalt der letzten Schuljahre im Kunstspeicher Friedersdorf zeigten, beschränkt uns in diesem Jahr das analoge Virus NUR auf das World Wide Web.

 

Ein Rückblick: Vor zwanzig Jahren wurde die Idee einer Internetgalerie geboren. Die Galerie unARTig öffnete sich, als erste Schulgalerie in Brandenburg, am letzten Schultag der Abiturienten dem Internet. Idee, Konzept und Gestaltung wurden im Kunstunterricht unter Mithilfe von Steffen John und Karl-Heinz Sterzing entwickelt und von Jessyca Schauder, Andreas Knopp, Thomas Malek, Jan Noetzel und Sven Kosa umgesetzt.

Zunächst konnte hier nur die Abschlussausstellung der zwei Kunst-Grundkurse angesehen werden. In den damals noch fünf Ausstellungsbereichen - Malerei, Grafik, Architektur, Design und Fotografie - waren die Arbeiten der einzelnen Halbjahre zu sehen. Doch da sich künstlerische Talente in jeder Klasse finden lassen, wurde die Galerie schnell für die Ausstellung der Kunstwerke aller Schüler genutzt.

Nach der Abschlussausstellung gab es Anfang Juli 2000 die Galerie die erste Aktualisierung mit Arbeiten aller Klassenstufen. Das erweiterte Konzept umfasste nun ein „Gästebuch“, unter „Sonstiges“ gab es eine „Team“-Seite, eine „Dankeschön“-Seite und auch der Bereich Plastik konnte eröffnet werden. Die Galerie überarbeiteten in dieser Projektwoche: Jessica Naehring, Daniel Klaus, Sabrina Petrick, Riccardo Dreißas, Marcus Bonitz, Steve Krüger, Michael Ackermann, Sebastian Scholz, und Raimo Schwarz. Angestrebt wird seitdem ein regelmäßiger Wechsel in den einzelnen „Ausstellungsräumen".

Eine Arbeitsgemeinschaft „Galerie unArtig“ gab es dann seit August 2000. In den ersten Monaten wurden die Vorbereitungen getroffen, um in einer weiteren Projektwoche jüngere Schüler einzuarbeiten, Texte zu überdenken und neue Bilder ins Internet zu stellen. Außerdem beteiligten sich die Mitglieder der AG mit ihrem Projekt am Wettbewerb "Innovativer Unterricht" in Ludwigsfelde.

In dieser Projektwoche im Dezember mussten einige technische Probleme gelöst werden - der Internetzugang der Schule über das Netzwerk war ausgefallen. Jüngere Schüler, so Claudia Fortunato, Isabell Korb, Ralf Niendorf und Bianca Jentsch lernten, wie man Bilder einscannt, bearbeitet und speichert, später auch, wie man das Internet nutzt. Einige meldeten die Galerie-unARTig bei verschiedenen Suchmaschinen an und andere aktualisierten die Teamseite.

Ein neues „Outfit“ bekam der Internetauftritt 2005 von Anne Hulitschke und Melanie Müller verpasst. Im Wahlpflichtunterricht Deutsch 10 wurde ein moderneres Layout entwickelt und mit Hilfe von Steffen John und den Schülern Karsten Schmidt, Alexander Kersten und Andreas Becker aus der 13. Klasse digitalisiert.

2007 zogen in unserer Gästegalerie erstmals Kunstwerke einer anderen Schule ein. Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe der „Deutschen Schule der Borromäerinnen“ in Kairo setzten sich mit dem Thema „Es wächst“ auseinander. Sie wurden vom ehemaligen Seelower Kunstlehrer und heutigem Schulleiter unserer Schule Peter von Campenhausen unterrichtet, der damals im Auslandsschuldienst in Ägypten tätig war.

2014 stiegen wir auf ein neues Bearbeitungssystem um. Bis dahin mussten alle Bilder noch in den Quelltext eingepflegt werden. Der Umzug in das neue Programm TYPO3 CMS, ein freies Content-Management-System für Websites, wurde vom Förderverein unserer Schule finanziert und durch Herrn Robert Merkl von unserer Providerfirma „decomnet“ aus München durchgeführt.  

 

Die gegenwärtig gezeigten Abschlussarbeiten zu den Themen „Emotionen“ und „Was Glück bedeutet“ beenden den Kunstunterricht des Abiturjahrganges 2020. Alle sind eingeladen, auch weiterhin die Ausstellungsräume „Malerei“, „Grafik“, „Plastik“, „Fotografie“, „Architektur“ oder „Design“ zu besuchen und sich von den neuen Ideen der Schüler am Gymnasium auf den Seelower Höhen überraschen zu lassen. Oder im Ausstellungsbereich „Alte Meister“ (bis ins Jahr 1995) in die Vergangenheit zu reisen - vielleicht sich selbst wieder zu entdecken, auf der Teamseite etwas über uns zu erfahren oder im Gästebuch seine Eindrücke zu hinterlassen.